Die Blume






Die Blume 
by Schaitan Yatas

 

Lange hatte er nun geübt- doch nie wird das Holz welches er schleift die Form tragen die von einem wahren Meister zeugt. So sehr er es hasste hier zu sein, elendig diesem Fremden zu folgen, so sehr er es hasste tagtäglich mit neuen Schürfwunden an den Armen und Händen nachhause zu kommen - er musste es tun. Für seine Mutter, die ihn all die Jahre über geliebt hatte - hatte sie doch keinen mehr außer ihm und diesen Mann, welcher nun als sein neuer Vater galt.

"Verdammt"

Die Feile rutscht ab und streift ihm über den Handrücken seiner linken Hand,wobei Teile seiner Haut aufgerissen werden. Das Holz, welches zuvor zwischen seinen Knien eingeklemmt war fällt zu Boden - Schritte....

Schnell hebt er das Holz wieder an und greift nach der Feile.

Die Türe öffnet sich.

Der Schatten welcher im Türrahmen steht war nie jemand der sich um ihn scherrte - nie jemand der sich Sorgen machte wenn es nötig oder gar gebraucht war.

Er erhielt wieder seine Schläge.


Die Jahre verflogen und das Gesicht des einst jungen Mannes alterte und trug die Geschichte durch alle Gezeiten wie sein eigener Schatten.

Im Winter seines achtzehnten Lebensjahres verbrachte er die Zeit bei seiner Mutter, die sich den Monat zuvor von dessen Stiefvater trennte. Ja eine Flucht war es, eine Flucht die viel zu lange geplant war - und in ihrer Ausführung viel zu abrupt eintrat.

Doch ein Schatten ist nicht zurückzulassen. "Du und ich: Wir sind eins" Die Vergangenheit ist ein wachsender Baum - lediglich die Erde in die der Samen geplfanzt wurde bleibt stets ungewiss. Der Stiefvater fand sie.


Mit Feuer und Schlägen vergalt er die Vergangenheit - durch Wut und die Sucht nach einem Trunk getrieben schlug der Schatten den jungen Mann zu Tode - verging sich folglich an dessen Mutter.

Doch das Schicksal des Jungen war es nicht zu sterben. Gefunden wurde er. Der Mann, blass das Gesicht, die Haare weiß wie der Schnee und die Augen - mit einer Leere so unverstellbar, dass man meinte durch ihn hindurch zu sehen. Jener Mann nannte sich "Weißkopf" und zog den Jungen in den folgenden Jahren groß - weit - fern von seiner Heimat in der ihn nur die Erinnerung plagen würde - die Erinnerung seiner Vergangenheit.

5 Winter vergingen und die Zeit schien wie stehengeblieben. Nichts von dem Tage hatte er bis dahin vergessen. Lediglich die Rachsucht, welche ihn wie ein Feuer zu den Taten trieb die er für diesen Weißkopf tätigte. Jener bildete ihn in Kampf, Bogen und der Reitkunst aus - ebenso der Kartographie und des Lesens wurde er mächtig.
Doch hatte er seine eigene Rechnung noch zu begleichen.

"Ich kann meine Vergangenheit nicht vergessen? Dann reisse ich sie heraus wie ein Dorn aus der Haut"

Die Reise welche er auf sich nahm - war lang und gewiss beschwerlich -doch die Glut in ihm trieb ihn an. Bevor er an sein Ziel kommen konnte, musste er noch einen Ort aufsuchen, der ihm als Junge immer ein Licht  war als all die anderen Lichter versiegten.

Der Torbogen, nun nach all den Jahren verwachsen, hatte bereits einige der Mauerteile verloren - der Hügel dahinter, bewachsen mit allerart Bäumen und Büschen nun - kein Weg mehr war zu erkennen. In diesem Moment begriff er, wieviel Zeit doch vergangen ist.

Er steigt von seinem Ross und geht langsamen Schrittes den Hügel hinauf.....


(Fortsetzung folgt)


Server: Belegaer
 
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